Montag, November 27, 2006

Offener Brief

Bruce Perens: Novell verrät die Open-Source-Gemeinschaft
Petition gegen das Patentabkommen zwischen Novell und Microsoft

Als Reaktion auf den Pakt zwischen Microsoft und Novell hat sich nun auch Bruce Perens zu Wort gemeldet. Der Autor der Open-Source-Definition hat einen offenen Brief an Novells CEO Ron Hovsepian geschrieben, der gleichzeitig eine Petition ist. Novell betrüge die Open-Source-Community, so Perens.

Novell solle ruhig an dem Pakt mit Microsoft festhalten, so Perens. Dabei solle allerdings sichergestellt sein, dass sich Vorteile für die gesamte Open-Source-Community ergeben anstatt exklusiver Vorteile für Novell. Dabei zielt Perens direkt auf das Patentabkommen zwischen den beiden Software-Herstellern ab, gegen eine rein technische Zusammenarbeit sei nichts einzuwenden.

Perens wirft Novell sogar Verrat vor. Zwar wären die genauen Vereinbarungen noch gar nicht veröffentlicht worden, doch schon jetzt sei klar, dass freie Software ganz generell dadurch gefährdet würde. Perens verweist ferner auf Daniel Ravicher, der 2004 herausfand, dass alleine der Linux-Kernel durch 283 Patente gefährdet sei. Dabei ist der Kernel aber nur ein kleiner Teil dessen, was Novell in Suse Linux verbreitet. Es seien auch nicht Microsofts Patente, die eine Gefahr darstellten, sondern vielmehr Firmen, die ausschließlich Patente anmelden würden, um diese durchzusetzen. Dadurch würde freie Software gefährdet und Microsoft unterstützte mindestens eine dieser Firmen.

Er verweist auch auf Teile wie die C-Bibliothek, die mit Erscheinen der GPL und LGPLv3 neu lizenziert werden. Die GPLv3 wird jedoch voraussichtlich eine Klausel gegen das Abkommen zwischen Microsoft und Novell enthalten. Novell könne so die neu lizenzierten Versionen nicht einsetzen und müsste die alten Versionen selbst weiterpflegen. Perens fordert dazu auf, seinen Brief zu unterschreiben und Novell somit zu überzeugen, sich wieder für die Open-Source-Community einzusetzen. Über 1.300 Leute sind bisher seiner Aufforderung gefolgt.

Am Montag, den 27. November 2006, beantworten Nat Friedman und Holger Dyroff von Novell Fragen zu dem Pakt per IRC. Weitere Informationen zu dem Treffen gibt es unter opensuse.org.

Sonntag, November 05, 2006

Novellcrosoft

Novell und Microsoft haben in einer gemeinsamen Erklärung bekanntgegeben, dass die beiden Unternehmen künftig sowohl auf technischen Gebiet als auch im Vertrieb zusammenarbeiten wollen. Wozu das führt, ahnen wir bereits... aber ein paar Details:

»Ein Gewinn für die Kunden« nennt Novell die Vereinbarung. Die technische Kooperation, die mindestens bis zum Jahr 2012 gelten soll, wird sich auf drei Bereiche erstrecken: Virtualisierung, Web-Service-Management und Office-Interoperabilität.

Durch die gemeinsame Arbeit an der Virtualisierung, die in einem »überzeugenden« Virtualisierungsangebot für Windows und Linux resultieren soll, soll es künftig möglich sein, virtuelle Linux-Systeme auf Windows-Hosts laufen zu lassen und ebenso virtuelle Windows-Systeme auf Linux-Hosts.

Im Bereich Webservices wollen Microsoft and Novell es für die Kunden einfacher machen, gemischte Umgebungen mit Windows und SUSE Linux Enterprise zu verwalten (virtuelle Server eingeschlossen) sowie die jeweiligen Verzeichnislösungen Active Directory und eDirectory zu integrieren.

Bei der Office-Interoperabilität wird es um die Kompatibilität von Dokumentformaten gehen. Sowohl Microsoft als auch Novell haben nach eigenen Worten an verbesserter Interoperabilität gearbeitet. Nun wollen sie gemeinsam an neuen Methoden arbeiten, den Dokumentenaustausch zu verbessern. Dazu sollen auch »Übersetzer« gehören, die die Formate konvertieren können.

Zusätzlich haben die Unternehmen ein Abkommen geschlossen, dass die Patente der jeweiligen Firmen nicht gegeneinander verwendet werden. Microsoft hat sich zusätzlich bereit erklärt, seine Patente nicht gegen individuelle Entwickler freier Software einzusetzen.

Ein weiterer Teil des Abkommens besagt, dass die beiden Firmen gemeinsames Marketing und Verkäufe betreiben werden, um kombinierte Lösungen mit Windows und SUSE Linux Enterprise anzubieten.

Man war dann noch so nett und hat einen 'Offenen Brief an die Open Source Community' veröffentlicht. Die Diskussionen sind entfacht, aber angesichts der vielen Leute, 'die schon wissen, was für uns gut ist' gehen sie nur allzu oft in Richtung:
Ein rabenschwarzer Tag für Linux und die Open-Source Community... hier nachzulesen, oder orten gar einen groben Verstoß von Novell in der ganzen Sache.

Ich muß zugeben, bei einem Unternehmen, das sich das Chamäleon auf die Fahnen heftet, kann ich nicht wirklich überrascht sein.

Mittwoch, November 01, 2006

OpenOffice.org bei der 'Systems 2006'

Mit einem Hintern auf mehreren Kirtagen tanzen geht leider nicht, deshalb dieser Bericht aus zweiter Hand jedoch keineswegs zweite Wahl!

Auch in diesem Jahr war das Projekt OpenOffice.org wieder auf der Systems 2006 in München vertreten, und es ist uns auch heuer wieder gelungen, einen großen Gemeinschaftsstand (49m²) auf die Beine zu stellen. „Unter dem Dach“ von OpenOffice.org - deutschsprachiges Projekt und dem e.V. - haben sich vier Mitaussteller zusammen mit uns präsentiert. Es war eine anstrengende, aber sehr lohnenswerte und spaßige Woche. Es ist so viel passiert in der Zeit, und ich hoffe, ich kann mich noch an alles und jeden erinnern. :-) Wenn ich jemanden vergessen haben sollte, dann bitte ich um Entschuldigung, ist keine Absicht.

Am Sonntag bin ich so gegen acht Uhr am Münchener Hauptbahnhof angekommen, wo mich Rolf Monse mit dem Auto abgeholt hat. Rolf hat die Getränke einkauft, Netzwerkkabel, PCs, einen Switch und allerlei Nützliches für den Stand mitgebracht. Zusammen sind wir zum Messegelände nach Riem gefahren, wo Ludwig Hoegner und Tobias Paukert auf uns gewartet haben. Im Gepäck hatten sie unsere schicken Poster, allen voran natürlich das schöne USB-Stick-Poster mit der sympathischen Dame, das Stefan Schuhmann gezeichnet hat. :-) Nach anfänglicher Verwirrung, welcher denn nun unser Stand sei - der Hallenplan wurde wohl in letzter Minute nochmal umgeworfen - hatten wir dann auch unser neues Zuhause für die nächsten fünf Tage gefunden, und es sah gut aus. Zwar noch nicht dekoriert, aber dafür waren wir ja da.

Zuerst hatten wir lange gegrübelt, wo wir uns eigentlich aufbauen sollten, welche zwei Demopoints wohl ideal wären, doch nach einigem Hin- und Her hatten wir dann etwas gefunden. Unser Stand war zwar weit hinten in der Halle, aber wir waren an dem Weg von einer Halle zu nächsten, sodass wir sehr viel Durchgangsverkehr hatten, und wegen der großen Poster und Messedisplays konnte man uns kaum übersehen. Die große Bücherwand tat ihr Übrigens, sie war eigentlich während der gesamten Messe ein Blickfang - soooooo viele Bücher gibt es mittlerweile zu OpenOffice.org. :-) Wir haben dann schonmal angefangen, den Stand so weit es geht zu verkabeln und die Technik aufzubauen. Allgemein war es wegen des sehr schönen Wetters noch ziemlich ruhig am Messegelände, die meisten Aussteller haben erst am späten Nachmittag mit dem Aufbau begonnen.

Gegen Mittag kam dann Thomas Krumbein aus Wiesbaden an und hatte die restliche Technik und die Vereinsrechner im Gepäck. Der Aufbau hat sich dieses Mal länger hingezogen als erwartet, aber zum Schluss lief alles bestens, sogar das Internet ging schon und nach einigem Hin- und Her wollte auch das WLAN so, wie wir es wollten (man sollte halt dran denken, wenn man einen MAC-Filter eingerichtet hat :-) So gegen vier Uhr kamen dann auch Jacqueline und ihr Kollege Karsten aus Dortmund an, und wir haben fröhlich weiter aufgebaut. Eigentlich wollten wir um 17:00 noch zur Messeeröffnung gehen, wo uns nach vielen Reden ein leckeres und opulentes Buffet in Aussicht gestellt worden ist, aber der Aufbau hatte sich so lange hingezogen, da haben wir dann darauf verzichtet. So gegen 18:00 waren dann auch die letzten Getränke und Kaffeefilter im Lager verschwunden und wir konnten uns alle gemütlich auf den Heimweg machen, um am nächsten Tag frisch und munter die Messe beginnen zu lassen.
Der Messemontag war erfahrungsgemäß eher ruhig, fast schon zu ruhig. Auch hier hat sich wohl noch das schöne Wetter bemerkbar gemacht, das viele lieber für einen gemütlichen Spaziergang genutzt haben. Für uns wars aber in Ordnung, so konnten wir uns ganz langsam zum Messestress hocharbeiten, der uns die nächsten Tage erwarten sollte. Außerdem mussten wir ja noch in Erfahrung bringen, wie man eigentlich USB-Sticks am schnellsten kopiert. :-) Vielen Dank auch an Rolf Monse, der uns an diesem Tag beim Standdienst unterstützt hat!

Dienstag wurde es schon kühler und es war weniger sonnig, und das hat sich auch sogleich in den Besucherzahlen niedergeschlagen. Es war viel los, und das Interesse an der neuen PrOOo-Box mit der Broschüre oder aber auch an den USB-Sticks mit OpenOffice.org Portable Plus war recht rege, teilweise sind wir nur durch Akkordfalten von Boxen noch hinterhergekommen, so haben uns die Leute die Boxen aus der Hand gerissen. Wir hatten einen Brennroboter am Stand, der mehr oder weniger die gesamte Messe hindurch DVDs gebrannt hat und obwohl wir ihn extra „hinten“ am Stand platziert hatten, war er ein wirklicher Blickfang.



Sehr gefreut hat mich, dass wir am Dienstag zwei „neue Gesichter“ begrüßen durften: Franz Jakob und Ulrich Waibel, die beide ganz routiniert Standdienst gemacht haben und den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite standen. Ulrich hat sich sogar als Verkaufsweltmeister in Sachen OpenOffice.org-Tassen (die wir auf dieser Messe auch das erste Mal im Angebot hatten) herausgestellt. :-) An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die beiden, ich hoffe, man sieht euch auch auf künftigen Messen und Stammtischen wieder! Das Highlight dieses Tages war vermutlich der Besuch der Münchener Bürgermeisterin Christine Strobl, die sich von Jacqueline und Thomas das Projekt hat vorstellen lassen und sichtlich davon beeindruckt war, dass bei uns auch sehr viele Frauen im Projekt engagiert sind und was so viele Ehrenamtliche alles auf die Beine stellen können. Vielen Dank an die Kollegen vom LiMux-Projekt, deren Stand gleich um die Ecke war, für die hervorragende Zusammenarbeit - sie haben uns letzten Endes ermöglicht, dass der Besuch von Frau Strobl statt gefunden hat. Während der gesamten Messe haben wir uns gegenseitig die Besucher zugeschickt - München ist ja einer unserer wichtigsten Referenzkunden - und auch sonst hatten wir mit den Kollegen viel Spaß!

Der vermutlich stressigste Tag war der Mittwoch, wo wir regelrecht vom Besucheransturm überrant worden sind. Egal, wo man hingegangen ist, man hatte nicht mehr als zwei Minuten Pause und konnte mit Glück einen Schluck trinken, dann stand schon wieder eine Traube von Leuten um einen herum und hat sich für OpenOffice.org interessiert. Für uns natürlich sehr positiv und erfreulich, dass wir mittlerweile so bekannt sind und ein solches Interesse da ist! Den Abend haben wir dann gemütlich bei der LinuxLand-Standparty ausklingen lassen, wo es lecker Bier, Brez'n und Leberkäs gab. Leider musste ich gerade los, als das Essen auf dem Tisch stand, aber ich bin mir sicher, ich bin würdig vertreten worden. :-)
Donnerstag war auch sehr viel los, aber subjektiv ein bisschen weniger als am Mittwoch. Gleich in der Früh hatten Jacqueline, Thomas und ich einen Termin mit einer bayerischen Behörde, die sich in der OpenOffice.org-Migration befindet, und ich denke, wir haben hier bald viel Neues und Spannendes zu erzählen - es tut sich was in der Verwaltung! Nach diesen vier stressigen Tagen hatten wir uns einen gemütlichen Abend wahrlich verdient, und so haben wir uns auf den Weg gemacht in einen schönen Münchener Biergarten, um uns bei einheimischem Essen und gutem Bier auch mal über andere Dinge als OpenOffice.org zu unterhalten. Zwar musste der Kellner noch ein bisschen an seiner Freundlichkeit arbeiten, aber das tat uns und unserer guten Laune gar keinen Abbruch, zumal nach einigen Staus gegen neun Uhr abends auch noch André Schnabel aus der Schweiz angereist kam, um uns zu unterstützen (beim Essen wie beim Standdienst ;-) .

Gerüchte besagen, dass die Letzten sehr sehr spät vom Stammtisch aufgebrochen sind, entsprechend gemütlich gings dann am Freitagmorgen weiter. Der Besucheransturm hatte schon wieder abgenommen und wir haben den letzten Schwung DVDs gebrannt. Gegen Abend haben wir unsere Zelte abgebrochen, alles verpackt und verstaut und uns nochmal im Netzwerkkabelweitwurf geübt. Besonders gefreut hat mich, dass Stefan Schuhmann, der über das Camp zu uns gestoßen ist, uns an diesem Freitag besucht hat, um sich sein Poster und seine Box mal „live“ anzusehen und das ein oder andere neue Gesicht hinter OOo zu entdecken. Danke, dass du da warst, Stefan!

Spannend für mich an der Systems war, dass wir eine sehr große Bandbreite von Besuchern hatten, angefangen vom Otto-Normal-Heimanwender bis hin zum Firmenentscheider, der ganz konkrete Fragen hatte und eine Migration ernsthaft ins Auge fasst.

Meine persönlichen Frequently Asked Questions waren in diesem Jahr:
- Wie geht’s mit OOo weiter, was wird in Zukunft kommen?
- Wird es eine Groupware geben?
- Warum macht ihr das eigentlich? (Ja, gute Frage... :-)
- Wird Base noch verbessert?
- Wie steht die Kompatibilität zu MS Office?

Sehr amüsant auch immer die ungläubigen Blicke, wenn die Leute in Buch in die Hand genommen haben, und dann meinten „Was, der Herr X, die Frau Y, sind auch am Stand? So in echt?“ Ich glaube, das nächste Mal machen wir eine Autogrammstunde... :-)

Mir persönlich hat die Woche sehr großen Spaß gemacht, und ich freu mich schon auf die nächste Messe mit euch allen. Danke an alle, die sich beteiligt haben, im Vordergrund wie auch im Hintergrund, an der Messe wie auch im Vorfeld. Einige von euch haben sogar Urlaub genommen, um uns zu unterstützen. Es war viel Stress, aber der Erfolg gibt uns Recht.

In diesem Sinne,
Viele Grüße,
Flo
--
## Florian Effenberger
## Marketing/Öffentlichkeitsarbeit/Presse
## OpenOffice.org - http://de.openoffice.org
## PrOOo-Box.org - http://prooo-box.org

Häppy Hällowien


Wieder einmal feiern wir das gescheiterte Unterfangen der Kirche einen keltischen Feiertag für ihre Zwecke zu verballhornen. Halloween ist keltischen Ursprunges und vor allem die Iren dürfen für sich beanspruchen, dieses Fest (Samhain) begründet und zu großer Beliebtheit geführt zu haben.
Es war kein ausgelassenes Fest, das damals gefeiert wurde, denn mit November begann das landwirtschaftlich nicht nutzbare Halbjahr und damit eine recht düstere Zeit. Kein Wunder, dass man auch glaubte, zu dieser Zeit sei die Trennwand zwischen den Lebenden und der Welt der Toten besonders dünn.

Die Nacht von Oktober auf November wurde von christlichen Kirchen als All Hallowed Evening übernommen (später verkürzt zu Hallowe'en) und der 1. November zu Allerheiligen erklärt, obwohl der Zusammenhang eigentlich eher mit Allerseelen (2. November) herzustellen wäre.

Samhain, der Vorläufer von Halloween wurde auf Irland schon vor 5000 Jahren gefeiert und zählt somit zu den ältesten Festtagen der Menschen in/aus Europa.
Tatsächlich markierte der (heutige) 31. Oktober einen starken Einschnitt: Das Ende des Jahres.

Samhain (ausgesprochen etwa wie Sa-un oder Sa-u-in ) soll sich in einer Deutung von 'sam-fuin' ableiten und das heisst Sommers-Ende.
Das keltische Jahr beschränkte sich auf die Jahreszeiten Sommer und Winter und zu Samhain endete das alte und begann das neue Jahr. Deshalb kommt Samhain auch mehr Bedeutung zu, als dem Sommeranfang (Beltane, das nächstwichtige Fest).
Zum Zeitpunkt Samhain sollte alles abgeschlossen sein, was es an Aktivitäten in der Landwirtschaft gegeben hat. Und es war auch der Abend, an dem die häusliche Gemeinschaft der Großfamilie wieder komplett zusammensitzen konnte.
Nicht zuletzt dieses Beisammensein war Anstoß für eine Feier und für zahlreiches Zeremoniell.


Die Rückkehr der Toten

Samhain stand aber nebst mehr oder weniger spielerischem Brauchtum noch unter einem zweiten Zeichen: Einem gewissen Bruch im Zeitengefüge.
Dem (ein halbes Jahr dauernden) Tag sollte nun die Periode der Nacht folgen. Und da waren die Wände zu anderen Welten besonders dünn, weil das alte Jahr zu Einbruch der Dunkelheit endete und das neue mit dem nächsten Tagesanbruch begann - die dazwischen liegende Nacht war somit ein Freiraum.

Man glaubte, dass die Toten an diesem Abend die Erlaubnis hätten, an den Ort ihres früheren Lebens zurückzukehren. Und da es sich aufgrunddessen natürlich größtenteils um hochverehrte Ahnen handelte, standen die Lebenden dem Ereignis mit etwas gemischten Gefühlen gegenüber - mit Achtung und mit Scheu.
Grundsätzlich hatten die Kelten ein recht unbefangenes Verhältnis zum Tod - man fürchtete weder das Sterben noch die Verstorbenen, aber da viel Unerklärliches damit verbunden war, blieb doch eine gewisse Scheu.

Solcherart wurden auch aus zweierlei Gründen Speisen und Getränke für die Besucher aus der anderen Welt bereitgestellt: Zum einen wollte man die Toten, die sich hier versammelten, ehren und zum anderen versuchte man sie damit abzuhalten, irgendwelchen Schaden an Haus und Bewohnern anzurichten.
Eines wusste man in jedem Fall: die Toten sollten nicht mit Lebenden zusammentreffen - also begab man sich trotz des Festtages früh zu Bett, um die Stuben den Besuchern zu überlassen. Und wer ein Geräusch hörte, ging dem besser nicht nach, denn nicht allzu selten waren Neugierige ganz einfach in den anderen Welten verschwunden.
Verschwunden nicht deshalb, weil sie den Toten zum Opfer gefallen waren, sondern weil sie - begünstigt durch die Nähe der Verstorbenen - im brüchigen Zeitengefüge auf der falschen Seite gelandet waren ...

WIKI



Aus alt mach' neu

Papst Gregor IV verfügte bereits im Jahre 837, dass in Umwandlung von Samhain (unter Berücksichtigung des originalen Anlasses) ebenfalls Tote geehrt werden sollten und setzte für den 1. November Allerheiligen an (gefolgt von Allerseelen am 2.). Solcherart wurde Samhain als Vorabend zu Allerheiligen und weil Allerseelen ohnedies dem alten Fest noch näher stand, der Wind aus den Segeln genommen und die Menschen mussten sich nicht allzusehr in ihren Feieraktivitäten umstellen (im Grunde überhaupt nicht).

Doch die Toleranz gegenüber dem Althergebrachten (weil Heidnischem) hielt nicht an und weil sich der Samhain-Gedanke partout nicht zurückdrängen lassen wollte, führten die Protestanten, in deren Herrschaftsgebiet die keltischen Bräuche fielen, im 16. Jahrhundert All Hallowed Evening (verkürzt Hallowe'en ) als christliche Feier ein.
Jedoch auch dieser Versuch scheiterte auf Dauer, zumindest im Gebiet der heutigen USA. Der Herrschaft der Anglikanischen Kirche Entronnene (vorwiegend Iren) kehrten sukzessive zum alten Brauchtum zurück und haben es lediglich erheblich modernisiert und das heutige Halloween daraus gemacht: Ein durchaus unchristliches Fest.