Sonntag, November 05, 2006

Novellcrosoft

Novell und Microsoft haben in einer gemeinsamen Erklärung bekanntgegeben, dass die beiden Unternehmen künftig sowohl auf technischen Gebiet als auch im Vertrieb zusammenarbeiten wollen. Wozu das führt, ahnen wir bereits... aber ein paar Details:

»Ein Gewinn für die Kunden« nennt Novell die Vereinbarung. Die technische Kooperation, die mindestens bis zum Jahr 2012 gelten soll, wird sich auf drei Bereiche erstrecken: Virtualisierung, Web-Service-Management und Office-Interoperabilität.

Durch die gemeinsame Arbeit an der Virtualisierung, die in einem »überzeugenden« Virtualisierungsangebot für Windows und Linux resultieren soll, soll es künftig möglich sein, virtuelle Linux-Systeme auf Windows-Hosts laufen zu lassen und ebenso virtuelle Windows-Systeme auf Linux-Hosts.

Im Bereich Webservices wollen Microsoft and Novell es für die Kunden einfacher machen, gemischte Umgebungen mit Windows und SUSE Linux Enterprise zu verwalten (virtuelle Server eingeschlossen) sowie die jeweiligen Verzeichnislösungen Active Directory und eDirectory zu integrieren.

Bei der Office-Interoperabilität wird es um die Kompatibilität von Dokumentformaten gehen. Sowohl Microsoft als auch Novell haben nach eigenen Worten an verbesserter Interoperabilität gearbeitet. Nun wollen sie gemeinsam an neuen Methoden arbeiten, den Dokumentenaustausch zu verbessern. Dazu sollen auch »Übersetzer« gehören, die die Formate konvertieren können.

Zusätzlich haben die Unternehmen ein Abkommen geschlossen, dass die Patente der jeweiligen Firmen nicht gegeneinander verwendet werden. Microsoft hat sich zusätzlich bereit erklärt, seine Patente nicht gegen individuelle Entwickler freier Software einzusetzen.

Ein weiterer Teil des Abkommens besagt, dass die beiden Firmen gemeinsames Marketing und Verkäufe betreiben werden, um kombinierte Lösungen mit Windows und SUSE Linux Enterprise anzubieten.

Man war dann noch so nett und hat einen 'Offenen Brief an die Open Source Community' veröffentlicht. Die Diskussionen sind entfacht, aber angesichts der vielen Leute, 'die schon wissen, was für uns gut ist' gehen sie nur allzu oft in Richtung:
Ein rabenschwarzer Tag für Linux und die Open-Source Community... hier nachzulesen, oder orten gar einen groben Verstoß von Novell in der ganzen Sache.

Ich muß zugeben, bei einem Unternehmen, das sich das Chamäleon auf die Fahnen heftet, kann ich nicht wirklich überrascht sein.

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