Donnerstag, November 15, 2007

Endlich globale Prinzipien fürs Netz?

Eine Wunschliste für die Internet-Verwaltung

Verbindliche Regeln kann das Internet Governance Forum (IGF) nicht machen. Schließlich ist es als eine Art UN-Kompromisseinrichtung mit beratender Funktion von Regierungen aus aller Welt beim Weltgipfel der Informationsgesellschaft nach heftigem Streit über die mögliche Internationalisierung der Internet-Verwaltung und das Bestehen der USA auf der Oberaufsicht über das Netz eingerichtet worden.

Eine Reihe von Vorschlägen zu politischen Prinzipien, derer man sich im Netz jenseits völkerrechtlicher Verträge unterwerfen könnte, wurden aber bereits in den vergangenen beiden Tagen im Rahmen der zweiten Tagung des IGF gemacht. Neben der Meinungsfreiheit in der Online-Welt wurde auch die Idee der Netzneutralität mehrfach angesprochen. Laut einem Beitrag des US-Wissenschaftlers Milton Mueller gibt Netzneutralität – also der unterschiedslose Transport allen Datenverkehrs durch die Netze, unabhängig von Quelle, Ziel, Dienst oder Inhalt – in einer breiten Definition eine gutes politisches Prinzip ab. Die Meinungsfreiheit, vom portugiesischen Ratsvertreter als erklärtes Ziel europäischer Politik in der Eröffnungsdebatte unterstrichen, bedürfe für den Onlinebereich möglicherweise weiterer Konkretisierungen. Dazu diskutierte in Rio die so genannte dynamische Koalition "Freedom Online" auf Initiative der Organisation für Europäische Sicherheit und Zusammenarbeit. Die italienische Regierung sieht die Zeit für eine Bürgerrechtscharta, eine Internet Bill of Rights, für gekommen.

Luigi Vimercati, Staatssekretär des italienischen Kommunikationsministeriums, sagte in Rio: "Wir sehen heute die Geburt einer neuen Generation von Rechten für die Bürger der globalen digitalen Gesellschaft, die eine Erweiterung der grundlegenden Menschenrechte sind, mit all den Besonderheiten (der digitalen Welt)." Eine solche digitale Bürgerrechtscharta sei erforderlich, um sich über die Definition dieser Rechte zu verständigen. Die Rechte sollten Freiheit und Zugang zum Internet für jedermann absichern, dabei gleichzeitig Formen der Selbstregulierung und der Einschränkungen der Rechte im Sinne der Sicherheit und Integrität des Netzes formulieren.

Unter der Charta ließen sich viele der in Rio diskutierten Vorstellungen über Bürgerrechte im Cyberspace zusammenfassen, etwa auch die in mehreren Veranstaltungen auf dem Programm stehenden Ansprüche auf Unbeobachtetheit und Datenschutz der Cybercitizens. Noch arbeiten die verschiedenen dynamischen Koalitionen oder Gruppen allerdings an ihrem speziellen Anliegen. In den "Dynamic Coalitions" sind jeweils, auf freiwillger Basis, alle drei Gruppen von Betroffenen (neudeutsch Stakeholdergruppen genannt) vertreten – Regierungen, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft.

Offenbar halten viele eine Bürgerrechtscharta für Netizens für zu hoch gegriffen und utopisch. "Wir wissen, dass es ein langer und schwieriger Prozess sein wird", sagte Vimercati. Immerhin handele es sich um Ordnungsprinzipien für den größten bekannten Raum. Es müsste auch dafür gesorgt werden, dass die Charta am Ende tatsächlich von der internationalen Gemeinschaft akzeptiert werde.

Netzneutralität wurde in der Eröffnungssitzung des IGF vom japanischen Vizeminister für Policy Coordination, Kiyoshi Mori, als eine der wichtigen Herausforderungen der kommenden Jahre genannt. Mit dem Entstehen verschiedener IP- und Breitbandnetze sowie den verschiedenen Diensten, die darüber angeboten würden, wachse die Bedeutung fairer Nutzungsbedingungen und einer gleichmäßigen Verteilung der Kosten für die Infrastruktur enorm an.

Mueller hatte in einem Papier (PDF-Datei) für das Treffen des GigaNet, eines losen Zusammenschlusses der zum Thema Internet-Verwaltung forschenden Wissenschaftler, davor gewarnt, Netzneutralität als Regulierung der Bandbreite beziehungsweise Verbot der Privilegierung bestimmter Datenverkehre zu verkürzen. Der streitbare Wissenschaftler schlägt stattdessen eine Erweiterung des Begriffes auf die Infrastrukturen des Internets vor. Neben dem Anspruch auf Diskriminierungsfreiheit beim Zugang zum Netz für Inhalteanbieter und Nutzer, häufig bedroht durch Filterung oder Blockierung von Inhalten oder Diensten durch Regierungen oder Unternehmen, müsse sich auch die ICANN der Neutralität verpflichten. Damit spielt Mueller auf die mögliche Auswahl von neuen Adresszonen durch die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) an, bei der auch die Prinzipien Moral und öffentliche Ordnung Berücksichtigung finden sollen.

Die Liste möglicher globaler Prinzipien könnte im Lauf der Woche noch länger werden. Sicherheitsaspekte, Spam und die Verfolgung von Cyberkriminellen gehören auch zum Kanon der mehr oder weniger (un-)erfüllbaren Wünsche. Der Europarat wirbt heute in einer eigenen Sitzung für die Cybercrime Convention und in einer anderen für den Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Netz.

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Mittwoch, Oktober 31, 2007

Happy Sturm-Wurm Halloween


Die kriminellen Individuen hinter dem Sturm-Wurm nutzen als aktuelle Social-Engineering-Variante Halloween, um potenziellen Opfern einen Schädling unterzujubeln. Tanzende Skelette sollen Anwender dazu bringen, eine aktualisierte Variante des Sturm-Wurms zu installieren und ihren Rechner damit zu einem Teil des Botnetzes zu machen.

Webseite mit Halloween-Grüßen, die dem Besucher Schädlinge unterjubelt:

Diese Webseite soll Besucher dazu verleiten, einen Schädling auszuführen. Sie nutzt auch Lücken in älteren Browsern für die automatische Installation aus.

Die Links auf die Webseiten kommen in E-Mails mit Betreffzeilen wie "Happy Halloween” und “Dancing Bones" bei Internetnutzern an. Auf bereits infizierten PCs lagern die Schädlingsbastler Webseiten, die dem Besucher das Programm "halloween.exe" versprechen, das ein tanzendes Skelett zeigen soll – dabei handelt es sich jedoch um einen Trojaner. Zugleich versuchen die Seiten Sophos zufolge, den Schädling durch Lücken in älteren Browserversionen auf den Rechner einzuschleusen.

Die meisten Virenscanner erkennen die derzeit verbreitete Variante des Schädlings bereits, lediglich Avast und Panda erlauben sich einen Aussetzer:

Virenscanner - Erkennung
AntiVir: WORM/Zhelatin.Gen
Avast!: -
AVG: Downloader.Tibs
BitDefender: Trojan.Peed.ING
ClamAV: Trojan.Peed-39
CA eTrust: Win32/Sintun.AK
Dr Web: Trojan.Packed.193
F-Secure: Email-Worm.Win32.Zhelatin.lj
Ikarus: Email-Worm.Win32.Zhelatin.lj
Kaspersky: Email-Worm.Win32.Zhelatin.lj
McAfee: Tibs-Packed trojan
Microsoft: Trojan:Win32/Tibs.EU
Nod32: Win32/Nuwar.Gen worm
Panda: -
Sophos: Mal/Behav-146
Symantec: Trojan.Packed.13
Trend Micro: WORM_ZHELATI.AXD

Scanergebnisse von AV-Test.

Allerdings könnten jederzeit neue Varianten dieses und anderer Schädlinge auftauchen, bei denen die Erkennungsrate schlechter ausfällt. Allgemein sollten Empfänger von Halloween-Grüßen, die Dateianhänge oder Links auf Webseiten enthalten, Vorsicht walten lassen und die Dateien nicht ausführen. Außerdem sollten sowohl das Mail-Programm, der Webbrowser und die installierte Antivirenlösung auf den aktuellen Stand gebracht werden, damit die Schädlinge nicht durch Schwachstellen in älteren Versionen unbemerkt in das System eindringen können. Weitere Tipps zum Schutz vor Schädlingsbefall liefern die Antiviren-Seiten von heise Security.

Siehe dazu auch:

* Happy HallowEcard, Warnung von Sophos
* Weather Report For Halloween: High chances of a Storm…, Warnung von Trend Micro

trackback (en)

Montag, Juli 09, 2007

Portable-Version von OpenOffice.org 2.2.1 ist fertig

Die USB-Variante von OpenOffice.org für die Windows-Plattform liegt nun in aktualisierter Form vor und basiert auf OpenOffice.org 2.2.1, das Mitte Juni 2007 erschienen ist. Die Portable-Ausführung erlaubt das Starten von OpenOffice.org, ohne die Office-Suite zuvor auf einem Rechner installieren zu müssen. Aktualisiert wurde außerdem die PrOOo-Box.
OpenOffice.org Portable 2.2.1 umfasst nun den "Portable Launcher" von PortableApps.com, der ein direktes Starten von Java erlaubt. Bislang musste Java auf dem Gastsystem installiert sein, um die Java-Funktionen von OpenOffice.org nutzen zu können. Zudem wurde der Installer überarbeitet, der nun auch eine bestehende Installation aktualisiert und zuvor prüft, ob ausreichend Speicherplatz vorhanden ist.

OpenOffice.org Portable kann von beliebigen Wechselmedien gestartet werden, ohne die Office-Software auf dem betreffenden Rechner installieren zu müssen. Zudem werden keine Benutzerdaten auf dem betreffenden Rechner abgelegt. OpenOffice.org Portable ist nur für Windows-Systeme verfügbar, während OpenOffice.org ansonsten auch für Linux und MacOS X zu haben ist.

Neue PrOOo-Box mit kleinen Verbesserungen

Aktualisiert wurde außerdem die PrOOo-Box, die nun ebenfalls auf OpenOffice.org 2.2.1 aufsetzt und zahlreiche Werkzeuge und Erweiterungen für die Office-Suite umfasst. Das Softwarepaket ist als CD- oder DVD-Image zu haben. Als Neuerung liegen Firefox, Thunderbird, Java, das SDK, das URE und verschiedene Dokumentationen in aktuellen Versionen bei. Zudem gibt es eine erweiterte Farbtabelle und die Installation auf Windows-Systemen wurde vereinfacht.

Unter anderem enthält das CD-Image Schriftarten, Cliparts, Makros, verschiedene Vorlagen und internationale Wörterbücher für OpenOffice.org. Zum Lieferumfang gehört das Software Development Kit (SDK) sowie das UNO Runtime Environment (URE) jeweils für die Windows-Plattform. Basierend auf dem CD-Image bringt die DVD-Ausführung der PrOOo-Box Weiteres rund um das Office-Paket. So stehen zusätzliche Sprachversionen von OpenOffice.org bereit und das SDK sowie URE gibt es auch für andere Plattformen und nicht nur für die Windows-Welt.

OpenOffice.org Portable 2.2.1 steht ab sofort für die Windows-Plattform in deutscher Sprache als Download zur Verfügung. In den nächsten Tagen wird die Plus-Version von OpenOpenOffice.org Portable nachgereicht, die weitere freie Software wie Firefox, Thunderbird, Miranda und Sunbird enthält. Die PrOOo-Box ist auf www.prooo-box.org zu finden.

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Donnerstag, Juli 05, 2007

Suns ODF-Konverter ist fertig

... aber leider nur mit Unterstützung für Microsoft Office 2000, XP und 2003.

Suns Konverter für das OpenDocument-Format ist jetzt in der Version 1.0 verfügbar. Er integriert sich in Microsoft Office, so dass sich Dokumente als ODF speichern lassen. Der Quelltext stammt teilweise vom OpenOffice.org-Projekt.

Das ODF-Plug-In ist kompatibel zu den Office-Versionen 2000, XP und 2003 und arbeitet mit Word, Excel und Powerpoint zusammen. Aus diesen Programmen heraus können Anwender ihre Texte, Tabellen und Präsentationen dann im OpenDocument-Format abspeichern. Der Quelltext stammt teilweise vom OpenOffice.org-Projekt und wurde zu einem Plug-In ausgebaut.

Momentan ist das kostenlose Plug-In nur in Englisch verfügbar. Weitere Sprachen sollen aber folgen.

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Montag, Juni 25, 2007

Was ist "Commercial Open Source"? Volks-republik??

Michael Tiemannn plädiert für OSI-zertifizierte Lizenzen

Der Vorsitzende der Open Source Initiative (OSI), Michael Tiemann, plädiert dafür, dass der Begriff "Open Source" nur im Zusammenhang mit Lizenzen gebraucht wird, die durch die OSI zertifiziert sind. Anlass dafür sind CRM-Anbieter, die ihre Produkte als Open Source bezeichnen, aber auf eigene Lizenzen zurückgreifen.

Die Frage, was Open Source ist und was nicht, sei in der Vergangenheit einfach zu beantworten gewesen, schreibt Michael Tiemann. Es habe gereicht, Firmen, die ihre Produkte als Open Source anpriesen, auf die Open-Source-Definition hinzuweisen und diese hätten ihre Lizenz oder ihre Werbung geändert. Doch mittlerweile gebe es eine Reihe von Firmen, die den Begriff missbrauchen und der OSI vorwerfen würden, diese sehe nicht, dass die eigenen Lizenzen Open-Source-Lizenzen sind.

Dabei geht es Tiemann in erster Linie um CRM-Anbieter wie SugarCRM und SplendidCRM. Diese würden keine Open-Source-Lizenzen verwenden, schreibt er. Tatsächlich setzt etwa SugarCRM auf eine eigene Lizenz, die zwar an die Mozilla Public License angelehnt ist, aber auch festlegt, dass auf SugarCRM basierende Software das Sugar-Logo anzeigen muss. Der Anbieter selbst bewirbt die Software als "Commercial Open Source". Wenn der Markt nach Open-Souce-CRM-Systemen verlange, fragt Tiemann, warum würden diese dann nur unter dem Namen Open Source, nicht aber tatsächlich als Open Source ausgeliefert? Da die Anbieter denken, sie kämen damit durch, antwortet sich Tiemann selbst.
Und da haben wirs - wie lange lassen sich alle noch betrügen und entmündigen...

Als Lösung schlägt der OSI-Vorsitzende vor, dass sich Mitglieder der Presse, Analysten, Anbieter und andere darauf einigen, den Begriff Open Source nur noch in Bezug auf OSI-Lizenzen zu nutzen. Firmen wie SugarCRM könnten sich gerne einen anderen Namen für ihr Lizenzmodell ausdenken, so wie Microsoft es mit Shared Source gemacht hat. Andernfalls würden Kunden das Vertrauen in den Begriff Open Source verlieren. Open Source sei gewachsen, nun sei es an der Zeit, dafür einzutreten. Die betroffenen Anbieter sollten entweder einen neuen Begriff oder eine neue Lizenz wählen, schließt Tiemannn seine Forderung. Denn genug sei genug.

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Samstag, Mai 19, 2007

OpenOffice.org - das vielseitigere Büropaket

Mit dem Umstieg auf Linux mit Open Office sparen Unternehmen pro Arbeitsplatz mehrere hundert Euro gegenüber dem gemischten Microsoft-Doppel. Der Einstieg in die freie Bürosuite Open Office ist bei guter Planung schnell bewältigt.

Rund 80 Millionen Downloads belegen die hohe Verbreitung und den Erfolg von Open Office. Gleich mehrere Faktoren sprechen für die Installation von Open Office (rund 125 MB).

Zunächst einmal läuft die Software auf den wichtigsten Plattformen, darunter Linux, Windows und Mac. In der Praxis ebenfalls interessant ist, dass Open Office in Dutzenden Sprachversionen angeboten wird. Doch die größte Anziehungskraft dürfte der Preis ausüben: Open Office ist kostenlos. Auch im Unternehmensbereich – und hier besonders im Mittelstand – steigt die Akzeptanz, da keine Lizenzgebühren oder versteckte Kosten anfallen. Hinzu kommen ein breit gefächertes Funktionsspektrum und eine besonders hohe Kompatibilität zu den Microsoft-Office-Programmen.

Wir zeigen nachfolgend, welche herausragenden Merkmale Open Office bietet und informiert, was vor der Migration von Microsoft Office zu beachten ist.

Gemeinsam zum Erfolg kommen

Trotz der zuvor erwähnten Vorteile sind immer noch viele Entscheider skeptisch, was den Einsatz im Unternehmensbereich betrifft. Die Gründe dafür sind vielfältig. Beispielsweise wird der Vorteil der Kostenfreiheit – im Privatbereich ein wichtiges Argument – nicht so hoch angesiedelt. Stattdessen stehen hier oft andere Entscheidungskriterien im Vordergrund, die Zweifel an einer erfolgreichen Migration aufkommen lassen. Etwa die Furcht, dass der Funktionsumfang des Programms für das anstehende Tagesgeschäft nicht ausreicht oder gravierende Probleme beim Dokumentenaustausch drohen.

Dabei übersehen viele Nutzer, dass Open Office keinesfalls eine Kopie von Microsoft Office ist. Ganz im Gegenteil: Die Entwicklung von Open Office wird von einer globalen Community vorangetrieben.

Diese Gemeinschaft umfasst freie Programmierer, Universitäten und auch bekannte IT-Unternehmen wie IBM, Novell und Sun. Diese breite Unterstützung hat in der Praxis zwei Vorteile: Die Tatsache, dass Open Office sich nicht im Besitz eines Unternehmens befindet, verhindert, dass das Projekt urplötzlich von der Bildfläche verschwindet. Für Privatanwender und Business-Nutzer erhöht diese Unabhängigkeit die Planungssicherheit.

Seite 2 ff des original Artikels - weiterlesen!

Donnerstag, April 19, 2007

Rettungsversuche

Gemessen an seinen Ursprüngen ist das Internet in seiner heutigen Form als klarer Erfolg zu werten. Tagtäglich wird es von Hunderten von Millionen Menschen für geschäftliche oder private Zwecke genutzt. Kaum ein Bewohner der westlichen Welt kann sich noch ein Leben ohne Web-Zugang vorstellen. In einem schlechteren Licht erscheint das "Netz der Netze" allerdings, wenn man Robustheit und Sicherheit als Maßstab nimmt oder überlegt, welche Anwendungen dem Internet künftig im großen Stil zugemutet werden. Skeptiker gehen davon aus, dass das Web schon bald an seine Grenzen stößt. Verantwortlich dafür seien die zu erwartenden Multimedia-Anwendungen sowie die zahlreichen Endgeräte, die künftig am Internet angebunden sein werden. Die Palette reicht von mobilen Gadgets über Telefone, Autos, Haushaltsgeräte und RFID-Tags. Zuvor könnten aber bereits die Massen von Spammern, Hackern, Phishern und Cyberterroristen die Herrschaft über das Internet ergreifen.

VERKNÖCHERTE STRUKTUR
Zu den Eigenschaften, die aktuell am dringlichsten vermisst werden, zählen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. "Vor zehn Jahren hatten viele gedacht, das Internet in naher Zukunft für alle möglichen Aufgaben nutzen zu können, von der Kontrolle des Flugverkehrs bis hin zur Telechirurgie ", erklärt Nick McKeown, Assistenzprofessor für Informatik an der Stanford University. "Wäre es so weit gekommen, würde ich persönlich nicht mehr fliegen, geschweige denn, mich remote operieren lassen."

Als Leiter des Forschungsprojekts "Clean Slate Design for the Internet" beschäftigt sich McKeon damit, Wege zu finden, die Engpässe im World Wide Web ein für alle Mal zu beseitigen. Die zentrale akademische Fragestellung lautet dabei, wie man - basierend auf dem heute vorhandenen Wissen - eine weltweite Kommunikationsinfrastruktur neu aufbauen würde. Ausgehend von der resultierenden Blaupause könnte man anschließend überlegen, wie sich dieses Modell realisieren lässt, erklärt McKeon. Dass sich die aktuellen Missstände auf Dauer mit konventionellen Methoden beheben lassen, bezweifelt der Wissenschaftler. Das World Wide Web sei inzwischen so verknöchert, dass es nicht mehr reiche, wenn ein paar weitere Löcher gepatcht oder zusätzliche Workarounds entwickelt würden.

Der besondere Vorteil des experimentellen Clean-Slate-Ansatzes sei dessen Ergebnisoffenheit, legt die bei den Deutsche Telekom Laboratories und an der TU Berlin tätige Professorin für Informatik, Anja Feldmann, dar. "Man darf noch einmal von vorne beginnen, nichts ist vorgegeben, alles darf in Frage gestellt werden, jedes Experiment ist erwünscht", erläuterte die Expertin für Netztechnik das Konzept auf einer Veranstaltung des Geschäftskundenbeirats der Deutschen Telekom (Telekomforum). Selbst die Erkenntnis, dass das bestehende Internet das beste aller möglichen Netze ist, sei nicht ausgeschlossen. Denkbar wäre aber auch, so Feldmann, dass sich ein neues Internet als "Net of Networks" entwickelt, das aus zahlreichen neuen experimentellen Netzen zusammenwächst.

MEHRERE PROJEKTE AM START
Entsprechende Clean-Slate-Forschungsansätze gibt es bereits, in den USA etwa das von der National Science Foundation (NSF) initiierte Geni-Projekt (Global Environment for Network Innovations). Das Directorate for Computer and Information Science and Engineering (Cise) der Wissenschaftsstiftung baut dazu für 300 bis 400 Millionen Dollar ein riesiges, über die USA verteiltes Testlabor mit verdrahteten und drahtlosen Rechnern, Routern, Switches, Management-Software und verschiedenen Subnetzen auf. Es soll auf einem Glasfaser-Backbone basieren und zunächst gut 200 Universitäten anschließen. Nach der Fertigstellung, irgendwann nach 2010, können Forscher einen kleinen (virtuellen) Teil davon als private Testumgebung nutzen. Das Besondere daran: Hard- und Software werden so flexibel ausgelegt sein, dass nahezu jedes Networking-Konzept getestet werden kann, nicht nur solche, die auf Paketvermittlung, TCP/IP, Router und anderer Ausstattung des heutigen Internets basierten, erklärt Allison Mankin, Program Director bei der NSF. Daneben fördert die Stiftung im Rahmen des Find-Programms (Future Internet Network Design) eine Reihe von Forschungsprojekten von denen manche nach der Fertigstellung auf dem Geni-Netz getestet werden sollen. Die EU hat zwei ähnliche Forschungsinitiativen ins Leben gerufen, Engine (Experimental Next Generation Internet in Europe) sowie Géant2, das zum europäischen Gegenstück von Geni ausgebaut werden soll.

Für Feldmann verspricht der Clean-Slate-Ansatz die Aussicht auf ein neues, besseres Netz, in dem die Nutzer leichter Zugang zu relevanten Informationen finden und in dem Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit höher sind. Angesichts der Tatsache, dass sich die geplanten Veränderungen bis hin zu den Endgeräten und Host-Anwendungen auswirken, ist der Zeitrahmen von 15 bis 20 Jahren möglicherweise sogar zu knapp. Sollte die neue Netzarchitektur auch das gegenwärtige E-Mail- und Spam-Problem in den Griff bekommen, würde sich die Wartezeit allemal rentieren.

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Dienstag, März 13, 2007

Pre-Release auf der CeBIT: OpenOffice.org 2.2

Für die bevorstehende CeBIT in Hannover hat das Team der PrOOo-Box eine Sonderausgabe der CD/DVD Version veröffentlicht, die bereits die neuen Installationsdateien für OpenOffice.org 2.2 in Form eines RC (release candidate) enthält.

Das deutschsprachige Projekt von OpenOffice.org präsentiert mit der PrOOo-Box eine Zusammenstellung der Büro-Suite OpenOffice.org für verschiedene Betriebssysteme mit umfangreicher Zusatz-Software.

Neben diversen Vorlagen, einer umfangreichen Dokumentation, Rechtschreibprüfung für über 60 Sprachen und zusätzlichen Zeichensätzen wurden in der OpenOffice.org-Community auch Programmerweiterungen, Hilfsmittel und Dokumentationen für Entwickler und Marketing-Materialien erstellt. Zur Abrundung des Paketes wurden in die PrOOo-Box auch weitere OpenSource-Programme wie Mozilla Firefox, Thunderbird etc. aufgenommen.

Die ISO Dateien zum Download per Bittorrent finden Sie hier, wer sich die Scheiben lieber mal online ansehen möchte, kommt hier auf seine Rechnung:

CD: http://devel.prooo-box.org/prooo-box/cebit_cd/

DVD: http://devel.prooo-box.org/prooo-box/cebit_dvd/

Mittwoch, Februar 28, 2007

OpenOffice.org Sponsor Sun ist "Corporate Patron" der FSF

Sun unterstützt Free Software Foundation

Sun ist "Corporate Patron" der Free Software Foundation geworden und will auf dieser Basis enger mit der Organisation zusammenarbeiten. Sun nutzt die von der Free Software Foundation geschaffene Open-Source-Lizenz GPL seit einiger Zeit für Java.


Die engere Zusammenarbeit mit der FSF sei also nur ein logischer Schritt und die Ankündigung der Beginn einer neuen Phase der gemeinsamen Arbeit, so Phipps. Sun erwägt, beispielsweise auch sein Betriebssystem OpenSolaris unter die GPL zu stellen.

Das IT-Magazin eWeek beruft sich in einem Bericht auf eine anonyme Quelle. Demnach plant Sun, das Betriebssystem OpenSolaris unter der GPLv3 zu veröffentlichen, wenn diese fertig ist. Damit wird für 2007 gerechnet. Die derzeit verwendete Common Development and Distribution License (CDDL) soll jedoch ebenfalls beibehalten werden, so dass eine Dual-Lizenzierung verwendet würde, wie sie auch bei anderen Produkten durchaus üblich ist. Die CDDL ist zwar als Open-Source-Lizenz anerkannt, jedoch inkompatibel zu der GPL.

Weitere Corporate Patrons der FSF sind beispielsweise MySQL AB, Google und JBoss.

Donnerstag, Februar 22, 2007

Wenn dir nicht gefällt, was du im Spiegel siehst, verhänge ihn...

The Internet is a mirror of the population that uses it, Google's vice president and chief Internet evangelist Vinton Cerf said in reference to the proliferation of fraud, social abuse, and other online crimes.

"If you stand in front of a mirror and you don't like what you see, it does not help to fix the mirror," Cerf said.

Internet companies like Google are putting in a lot of effort to help prevent these abuses, but the problem is more social and economic than technical, Cerf told reporters Tuesday in Bangalore.

Google's Orkut social networking site has come in for criticism and even litigation in India, after some users ran campaigns against India and revered Indian historical figures.

Similarly, spam is a side-effect of free e-mail service, said Cerf who is also chairman of the board of the Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), which is responsible for the global coordination of the Internet's system of unique identifiers.

A key benefit of the IP packet layer is that it isolates the application from the underlying communications medium, which can be wireless and wireline, Cerf said. In earlier technologies such as television and telephony, the physical infrastructure and the application were tightly connected, he added.

The Internet packet does not care how it is being carried, whether it is by an optical fiber connection or a radio connection, and does not know or care what it is carrying, according to Cerf.

One result of this architecture is that the next wave of growth in the Internet is likely to come from mobile applications. The mobile phone has become an important factor in the Internet revolution, Cerf said. There are 2.5 billion mobile users worldwide and the numbers are expected to increase rapidly in developing countries such as India and China, he added.

The architecture of the Internet also ensures that the intelligence is at the edge of the system. This allows people to run applications on the edge of the Internet without having to take permission from Internet service providers, Cerf said. This feature of the Internet has stimulated tremendous creativity, and led to the founding of Internet companies like Google and Yahoo, he added. It has become all the more relevant as people move from using the Internet as an information resource to becoming producers on the Internet, Cerf said.

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Dienstag, Februar 20, 2007

OpenOffice.org Conference 2007 in Barcelona

Die Mitglieder der OpenOffice.org Community haben Barcelona, Spanien als Austragungsort für die jährliche OOoConference im September 2007 gewählt.
Das Resultat der Online-Abstimmung unter den Community Mitgliedern lautet:

Barcelona, Spanien 297
Dehradun, Indien 224
Beijing, China 82

Diese Zahlen zeigen das stetige Wachstum der OpenOffice.org Community, heuer beteiligten sich 40% mehr Mitglieder als 2006. Besonders die beiden beeindruckenden Anträge aus Asien machen den großen Erfolg und das Potential für OpenOffice.org in diesem Teil der Welt deutlich.

Jesús Corrius, Leiter des erfolgreichen Teams, zeigte sich begeistert über das Resultat: "Wir sind sehr glücklich. Die katalonischen, spanischen, baskischen und galizischen Communities werden gemeinsam mit Hilfe der Universität von Barcelona und Unterstützung der Spanischen Regierung hart daran arbeiten, aus Barcelona den besten Veranstaltungsort für die OpenOffice.org Conference zu machen."

OOo Conferences gab es bis dato in Frankreich, Slowenien, und Deutschland. Sie zeichneten sich durch die hohe Qualität der Veranstaltungen und die soziale Verbundenheit bei den Gemeinschaftstreffen aus.

Die Conference Webseite ist hier:
http://marketing.openoffice.org/ooocon2007
Interessenten an einer Teilnahme sind eingeladen, sich auf der
Conference Mailing Liste anzumelden. Senden Sie ein leeres Email an
ooocon2007_discuss-subscribe@marketing.openoffice.org

ODF Konverter von Sun

Sun bietet nun einen Konverter für das OpenDocument-Format an, der sich in Microsoft Word integriert. Das kürzlich bereits angekündigte Plug-In ist nun als Beta-Version verfügbar und basiert auf dem Quelltext des freien Büropaketes OpenOffice.org. Weitere Plug-Ins sollen folgen.

Nach ersten eher hilflosen Versuchen Microsofts, das ISO-zertifizierte OD-Format vernünftig darzustellen, kündigte auch Sun einen Konverter für das OpenDocument-Format an, der nun als Beta-Version verfügbar ist. Das Programm soll sich als Plug-In in Microsoft Word einklinken und unterstützt somit vorerst nur die Konvertierung von Texten. Laut Sun sollen Plug-Ins für Tabellen und Präsentationen im April 2007 folgen.

Der Sun-Konverter setzt auf den Quelltext des OpenOffice.org-Projektes und unterstützt Microsoft Office 2003. Laut Sun wird das Plug-In bereits vom US-Bundesstaat Massachusetts eingesetzt, der seit Jahresbeginn sämtliche offiziellen Dokumente in das OpenDocument-Format umwandelt.

Mit einem Sun-Konto kann der Konverter ab sofort heruntergeladen werden. Im Frühjahr soll das erste fertige Plug-In veröffentlicht werden.

trackback: www.sun.com

Montag, Februar 19, 2007

OpenOffice.org und VB-Script

Die freie Office-Suite ist für viele User schon ein guter Ersatz für kommerzielle Produkte. Doch in einem Punkt gibt es immer wieder Probleme: Bei Scripts, die in zu importierenden Dokumenten vorhanden sind.

Sun hat daher schon seit einiger Zeit in sein Star-Office einen Konverter beigelegt, der beim Einlesen von Excel-Dateien die enthaltenen Makros übersetzt. Dieses Java-Programm ist allerdings nur auf Excel zugeschnitten und hat als Ergebnis ein Starbasic-Script - sofern dieses die Funktionalität überhaupt abbilden kann.

Novell hat auch eine eigene Sicht der Dinge und bietet in seinem Paket eine direkte VBA-Unterstützung an. Das VBA-Modul ist dazu neu entwickelt und direkt in das OpenOffice-Paket integriert worden - und im Moment ebenfalls nur für Excel verfügbar.

Der Missstand soll nun beendet werden. Sun und Novell haben sich geeinigt, die beiden Systeme zusammenzuführen und auf Basis der Novell-Technologie beispielsweise auch Word-Makros etc. unterstützen zu können.

Die Funktionen gehen dann auch gleich in das Hauptprojekt ein, wo sich die Community auch um Test und Erweiterungen kümmern kann - das wird die Zukunft dieses Moduls sicherstellen können.

Doch das wichtigste für alle Skeptiker: Der Mechanismus wurde so implementiert, dass er sich komplett ausschalten lässt. Wer seine Erfahrungen mit Word-Viren gemacht hat, wird wissen, warum man darauf so viel Wert gelegt hat ;-)

Dienstag, Februar 13, 2007

Details zur Zusammenarbeit Microsoft und Novell

Nach der vereinbarten Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Novell haben die beiden Unternehmen nun eine Roadmap vorgelegt, die weitere Details nennt. Sie umfasst die vier Punkte Virtualisierung, Webservices zur Server-Verwaltung, Directory- und Identitätsmanagement sowie OpenDocument zum Dokumentenaustausch.
Mit der nun veröffentlichten Roadmap geben Microsoft und Novell weitere Details zu ihrem im November 2006 geschlossenen Abkommen bekannt. Dieses konzentriert sich auf vier Punkte, um die Zusammenarbeit zwischen Linux und Windows zu verbessern. Im Einzelnen sind es die Punkte Virtualisierung, Server-Verwaltung über Webservices, die Integration von eDirectory und Active Directory sowie den Datenaustausch über das OpenDocument-Format.

Die groben Ziele waren zwar bisher bereits bekannt, doch nun gehen die beiden Firmen mehr ins Detail. Durch die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Virtualisierung sollen Kunden den Suse Linux Enterprise Server 10 (SLES) als Gastbetriebssystem mit dem kommenden Microsoft Virtual Server 2005 R2 Service Pack 1 nutzen können. Auch auf der nächsten Version des Windows-Servers, Codename Longhorn, soll SLES 10 virtualisiert laufen. Andersherum soll Longhorn als paravirtualisierter Xen-Gast unter SLES 10 laufen. Das bedeutet, dass es eine für die Virtualisierung angepasste Windows-Version geben wird - ebenso wie es die Paravirtualisierung voraussetzt. Hier weiß das Gastbetriebssystem, dass es als virtuelle Maschine läuft, was vor allem Geschwindigkeitsvorteile bringen soll. Normalerweise ist die Paravirtualisierung daher mit Closed-Source-Betriebssystemen, wie Windows, nicht möglich, da sich diese nicht einfach anpassen lassen, so wie es mit Open-Source-Systemen möglich ist.

Ein weiterer Punkt ist die webbasierte Verwaltung physischer und virtueller Server, was sich wiederum auf gemischte Umgebungen bezieht. Die Verwaltung soll über Standards ablaufen, beispielsweise über die "Web Services for Management"-Spezifikation (WS-Management). Eine freie Implementierung dieses Standards soll in Novells ZENworks Orchestrator integriert und auch von Microsoft System Center Operations Manager 2007 unterstützt werden.

Darüber hinaus steht die Integration von Verzeichnisdiensten auf dem Plan, wobei eine bessere Zusammenarbeit zwischen Novell eDirectory und Microsoft Active Directory das Ziel ist. In der ersten Jahreshälfte 2007 sollen weitere Details zu der Arbeit auf diesem Gebiet folgen.

Der vierte Punkt ist der Dokumentenaustausch mittels des OpenDocument-Formates. Am 2. Februar 2007 hatte Microsoft ein ODF-Plug-In zur Konvertierung zwischen Open XML und OpenDocument für sein Office-Paket veröffentlicht. Novell soll noch im Februar 2007 einen Konverter für seine OpenOffice.org-Distribution vorstellen. Zudem wollen beide Unternehmen gemeinsam auch an einer Unterstützung von Tabellen und Präsentationen arbeiten - bisher kann der Konverter nämlich nur mit Textdokumenten einigermaßen umgehen.

Mehr in Kürze...

Montag, Februar 05, 2007

Free Software Foundation motzt gegen Novell

GPLv3 soll kommenden Novell-Microsoft-Pakt unterbinden

Die Free Software Foundation (FSF) will angeblich prüfen, wie Novell der Verkauf weiterer Linux-Versionen verboten werden könne. Anlass dafür ist der heftig umstrittene Deal zwischen Novell und Microsoft. Doch tatsächlich hält die FSF nur an ihren bekannten Plänen fest.
Auslöser war ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach die Free Software Foundation (FSF) - die unter anderem hinter der verbreiteten Open-Source-Lizenz GPL steht - prüft, ob Novell der Verkauf von Linux-Versionen verboten werden könne. Zitiert wird dabei FSF-Justiziar Eben Moglen, der sagt, die Community würde alles tun, um das Abkommen zwischen Novell und Microsoft zu durchkreuzen. Doch ganz richtig ist dies offensichtlich nicht.

Gegenüber Linux-Watch sagte Moglen, er sei zwar richtig zitiert worden, jedoch sei seine Aussage in den falschen Zusammenhang gestellt worden. Vielmehr gehe es weiter um das, was die FSF schon früher angekündigt hatte: Die kommende Version 3 der GPL soll Abkommen wie das zwischen Novell und Microsoft unterbinden. Die Formulierungen sollen dafür explizit angepasst werden.

Die aktuell gültige Fassung hingegen hält nichts gegen den Pakt vor. Selbst GNU-Vater Richard Stallman bestätigte bereits, dass das Bündnis zwischen den beiden Firmen keinen GPL-Verstoß darstelle. Damit hat die FSF auch keine Handhabe, gegen den Vertrag vorzugehen. Erst wenn die GPLv3 gültig ist, könnte die FSF etwas unternehmen. Dabei ist jedoch noch fraglich, welche Open-Source-Projekte die neue Lizenz annehmen und damit in Novells Suse Linux gelangen würden. So haben sich einige der Linux-Kernel-Entwickler und insbesondere Linux-Schöpfer Linus Torvalds bereits mehrfach gegen die Neufassung der Lizenz ausgesprochen. Die endgültige Fassung der Lizenz soll noch 2007 fertig sein.