Montag, Februar 05, 2007

Free Software Foundation motzt gegen Novell

GPLv3 soll kommenden Novell-Microsoft-Pakt unterbinden

Die Free Software Foundation (FSF) will angeblich prüfen, wie Novell der Verkauf weiterer Linux-Versionen verboten werden könne. Anlass dafür ist der heftig umstrittene Deal zwischen Novell und Microsoft. Doch tatsächlich hält die FSF nur an ihren bekannten Plänen fest.
Auslöser war ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach die Free Software Foundation (FSF) - die unter anderem hinter der verbreiteten Open-Source-Lizenz GPL steht - prüft, ob Novell der Verkauf von Linux-Versionen verboten werden könne. Zitiert wird dabei FSF-Justiziar Eben Moglen, der sagt, die Community würde alles tun, um das Abkommen zwischen Novell und Microsoft zu durchkreuzen. Doch ganz richtig ist dies offensichtlich nicht.

Gegenüber Linux-Watch sagte Moglen, er sei zwar richtig zitiert worden, jedoch sei seine Aussage in den falschen Zusammenhang gestellt worden. Vielmehr gehe es weiter um das, was die FSF schon früher angekündigt hatte: Die kommende Version 3 der GPL soll Abkommen wie das zwischen Novell und Microsoft unterbinden. Die Formulierungen sollen dafür explizit angepasst werden.

Die aktuell gültige Fassung hingegen hält nichts gegen den Pakt vor. Selbst GNU-Vater Richard Stallman bestätigte bereits, dass das Bündnis zwischen den beiden Firmen keinen GPL-Verstoß darstelle. Damit hat die FSF auch keine Handhabe, gegen den Vertrag vorzugehen. Erst wenn die GPLv3 gültig ist, könnte die FSF etwas unternehmen. Dabei ist jedoch noch fraglich, welche Open-Source-Projekte die neue Lizenz annehmen und damit in Novells Suse Linux gelangen würden. So haben sich einige der Linux-Kernel-Entwickler und insbesondere Linux-Schöpfer Linus Torvalds bereits mehrfach gegen die Neufassung der Lizenz ausgesprochen. Die endgültige Fassung der Lizenz soll noch 2007 fertig sein.

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