Montag, Juni 25, 2007

Was ist "Commercial Open Source"? Volks-republik??

Michael Tiemannn plädiert für OSI-zertifizierte Lizenzen

Der Vorsitzende der Open Source Initiative (OSI), Michael Tiemann, plädiert dafür, dass der Begriff "Open Source" nur im Zusammenhang mit Lizenzen gebraucht wird, die durch die OSI zertifiziert sind. Anlass dafür sind CRM-Anbieter, die ihre Produkte als Open Source bezeichnen, aber auf eigene Lizenzen zurückgreifen.

Die Frage, was Open Source ist und was nicht, sei in der Vergangenheit einfach zu beantworten gewesen, schreibt Michael Tiemann. Es habe gereicht, Firmen, die ihre Produkte als Open Source anpriesen, auf die Open-Source-Definition hinzuweisen und diese hätten ihre Lizenz oder ihre Werbung geändert. Doch mittlerweile gebe es eine Reihe von Firmen, die den Begriff missbrauchen und der OSI vorwerfen würden, diese sehe nicht, dass die eigenen Lizenzen Open-Source-Lizenzen sind.

Dabei geht es Tiemann in erster Linie um CRM-Anbieter wie SugarCRM und SplendidCRM. Diese würden keine Open-Source-Lizenzen verwenden, schreibt er. Tatsächlich setzt etwa SugarCRM auf eine eigene Lizenz, die zwar an die Mozilla Public License angelehnt ist, aber auch festlegt, dass auf SugarCRM basierende Software das Sugar-Logo anzeigen muss. Der Anbieter selbst bewirbt die Software als "Commercial Open Source". Wenn der Markt nach Open-Souce-CRM-Systemen verlange, fragt Tiemann, warum würden diese dann nur unter dem Namen Open Source, nicht aber tatsächlich als Open Source ausgeliefert? Da die Anbieter denken, sie kämen damit durch, antwortet sich Tiemann selbst.
Und da haben wirs - wie lange lassen sich alle noch betrügen und entmündigen...

Als Lösung schlägt der OSI-Vorsitzende vor, dass sich Mitglieder der Presse, Analysten, Anbieter und andere darauf einigen, den Begriff Open Source nur noch in Bezug auf OSI-Lizenzen zu nutzen. Firmen wie SugarCRM könnten sich gerne einen anderen Namen für ihr Lizenzmodell ausdenken, so wie Microsoft es mit Shared Source gemacht hat. Andernfalls würden Kunden das Vertrauen in den Begriff Open Source verlieren. Open Source sei gewachsen, nun sei es an der Zeit, dafür einzutreten. Die betroffenen Anbieter sollten entweder einen neuen Begriff oder eine neue Lizenz wählen, schließt Tiemannn seine Forderung. Denn genug sei genug.

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